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Vom Ausbrennen in sozialen Berufen

wenn Ideale im Alltagssumpf ertrinken

Sozialarbeiter/innen, Lehrer/innen, Erzieher/innen, Pflegekräfte, Berater/innen arbeiten  beziehungsorientiert.  Anderen Menschen Kenntnisse, Erfahrungen, oder ein Wohlgefühl zu vermitteln,  kann zutiefst erfüllend sein. Leider haben sich die Berufsbilder in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt. Die Tätigkeiten am Menschen, die ursprünglich die Motivation für die Berufswahl bestimmten, treten zurück hinter bürokratischen Verwaltungsaufgaben. Die Ressourcen an Geld und Personal werden gekürzt. Die Beschäftigten leiden unter  Zeitdruck,  Stress und Frustration. Sie können häufig ihren persönlichen und professionellen Idealen  nicht mehr gerecht werden.

wenn das Verantwortungsgefühl antreibt

In Vertrieb und Verwaltung  ist es möglich, bei einem Überpensum an Arbeit, bestimmte Aufträge liegen zu lassen. Das ist bei sozialen Berufen undenkbar, da die Klient/innen, Patient/innen, Schüler/innen usw. auf das Engagement angewiesen sind.  Das Verantwortungsgefühl ihnen und den Kollegen gegenüber führt dazu, dass Betroffene  Alarmzeichen ignorieren  und tapfer weiter „kämpfen“.

wenn Selbstlosigkeit selbstschädigend wird

Die Folgen einer emotionalen und körperlichen Überforderung wirken sich gerade in sozialen Berufen zerstörerisch aus. Wenn unter Stress negative Gefühle gegenüber den Klienten/Patienten/Schülern auftreten, können diese  zu aggressiven Stimmungen und Verhaltensweisen führen, wodurch äußere, aber auch  innere Konflikte entstehen.  Das Eingeständnis eigenen Versagens löst Schuld- und Ohnmachtsgefühle, Angst vor Kontrollverlust und damit großes Leid bei den Angestellten in Sozialberufen aus.  Mit enormem inneren Kraftaufwand versuchen Betroffene dann umso mehr, die Wünsche des Klientels zu erfüllen und unterdrücken die eigenen Gefühle und Bedürfnisse – bis sie sich selbst fremd werden. Selbstlosigkeit, ein altes Ideal sozialer Berufe, führt (ohne Selbstfürsorge) in die Krankheit, in den Zusammenbruch. Menschen in Sozialberufen müssen Selbstschutzstrategien lernen, um nicht unterzugehen.

Vor jeder Flugreise wird den Passagieren erklärt, was  im Falle eines Druckabfalls zu tun ist: Zuerst soll die eigene Sauerstoffmaske angelegt werden, dann erst sind Kinder und andere Mitreisende zu versorgen.  Menschen in Sozialberufen profitieren davon, wenn sie sich diese „Überlebens-Kunst“, die Selbstfürsorge, aneignen. Sie gewinnen Energie,  um weiterhin mit Freude, Fantasie und Engagement ihren Herzensdienst ausüben zu können.